Liebe Bewohnerinnen und Bewohner der Pfarre Spital am Semmering!
Seit einiger Zeit zeichnen sich Veränderungen in euren Seelsorgeräumen - oder besser gesagt: in unserem Seelsorgeraum – ab. Etwas Neues entsteht! Die beiden bestehenden Einheiten Kindberg und Oberes Mürztal werden zu einer neuen zusammengeschlossen. In den ersten Monaten dieses Jahres wurde die Frage an mich herangetragen, ob ich bereit bin, dort als Pfarrer und Seelsorgeraumleiter zu arbeiten. Kurz nach Ostern habe ich mich dazu entschlossen, diesen Auftrag anzunehmen und mich in diese Gegend senden zu lassen. Nun beginne ich euch, die Menschen, die hier leben, kennenzulernen und mit euch zu leben.
Am 22. Juni 2019 wurde ich von Christoph Kardinal Schönborn zum Priester geweiht. In den Jahren danach war ich Rektor des kleinen Wallfahrtsortes Maria Fatima bei Gnas und die letzten vier Jahre Kaplan und später Vikar im Seelsorgeraum Graz-Südost. Mit 1. September werde ich das erste Mal Pfarrer und das gleich in einem der größten Seelsorgeräume der Steiermark. Es ist eine Aufgabe, der ich jetzt mit Freude entgegengehe. Es ist aber auch eine Aufgabe, die groß ist und mir deshalb auch Respekt einflößt.
Mut machen mir dabei Worte, die Papst Franziskus an die Pfarrer gerichtet hat. Dabei drückt er seinen Dank für den Versuch aus, jeden Tag das Evangelium in unterschiedliche Böden auszusäen – auch in den Boden des Mürztals! Er ermutigt auch dazu, den Kern dieser Aufgabe neu zu entdecken, nämlich: „Das Wort zu verkünden und die Gemeinde im Brechen des Brotes zu vereinen.“ Es ist eine schöne, aber auch große Aufgabe. So hoffe ich mit euch jene Erfahrung machen zu dürfen, von der der Papst spricht. Er erinnert die Priester daran, die Berufung als Pfarrer auch als Suche nach den vielfältigen Gaben zu verstehen, die den Menschen geschenkt sind. Diese Gaben gilt es „aufzuspüren, zu bestärken und hervorzuheben.“ Weiter schreibt Papst Franziskus: „Ich bin überzeugt, dass ihr auf diese Weise viele verborgene Schätze zum Vorschein bringen und euch bei der großen Aufgabe der Evangelisierung weniger allein gelassen fühlen werdet, da ihr die Freude einer echten Väterlichkeit erlebt, die nicht den ersten Platz beansprucht, sondern in den anderen, Männern und Frauen, viel wertvolles Potenzial zutage fördert.“
Miteinander werden wir als Katholiken in unserem Seelsorgeraum leben. Miteinander werden wir in der Nachfolge Jesu unterwegs sein. Das bedeutet auch voneinander zu wissen und das Leben miteinander zu teilen. So freue ich mich auf viele Begegnungen und sich entfaltende Beziehungen. Jetzt kurz zu meiner Person. Am 13. Dezember 1991 wurde ich geboren und einige Monate später in meiner Heimatpfarre Straß getauft. Nach der Volksschule besuchte ich das Bischöfliche Gymnasium und Seminar in Graz. Als ich die Matura bestanden und den Grundwehrdienst absolviert hatte führte, mich mein Weg in eine franziskanische Ordensgemeinschaft. In dieser Zeit studierte ich Theologie in Graz, Heiligenkreuz und Wien. Seit 2024 bin ich Diözesanpriester in der Steiermark. Da ich eine Leidenschaft für die Berge habe, trifft es sich gut, dass es mich nun in die Obersteiermark verschlägt. Außerdem wird der Weg nach Wien für mich kürzer. Das ist für meine Tätigkeit als Direktor der Päpstlichen Missionswerke in unserer Diözese, die ich auch weiterhin ausüben werde, hilfreich.
Als pilgerndes Volk Gottes sind wir nun miteinander unterwegs – als Kirche in unserem Seelsorgeraum. So bitte ich euch um euer Gebet für unseren gemeinsamen Weg, aber auch für mich. Gottes Segen